Inner Hebriden – Kerrera

Wir liegen immer noch in der Oban Marina auf Kererra, da die Wettervorhersage sehr ungünstig war. Pünktlich um 23.00 Uhr begann es mit 38 kn zu blasen. Die Spitzenböen lagen bei 42 kn. Sowas braucht man gar nicht. Logischerweise konnten wir bei dem Geruckel und Gezuckel bedingt durch die Wellen in der Box kaum schlafen. Gott sei Dank wehte der Wind uns genau auf die Nase, sonst hätten wir eine ganz schöne Schräglage gehabt. Gegen Morgen wurde es ruhiger. Gegen 14.30 Uhr nach einer Erholungsphase unternahmen wir einen Spaziergang auf Kerrera an Schafen und Highlandrindern vorbei mit Blick aufs Wasser. Im Bistro der Oban Marina gönnten wir uns anschließend ein sehr schmackhaftes Abendessen in Begleitung von Thomas & Elgin, die mit einer Dehler 31 hier unterwegs sind.

Oban – Highlands

Am 23.7.2018 war das Wetter am Morgen wieder besser und gegen Mittag perfekt. Unterwegs hatten wir Besuch von zwei Delfinen die ca. 10 Minuten mit unserem Bug gespielt haben und vor uns aus dem Wasser gesprungen sind. Die Kinder waren total begeistert. Wir haben uns im „Loch A Choire“ an einer Mooring fest gemacht. Wir waren wieder das einzige Boot. Leider war das Bistro geschlossen. Marie und Emma sind trotzdem auf ihre Kosten gekommen, denn als wir mit dem Dingi angelandet waren, lief dort ein Pony herum zum Streicheln und in ca. 50 m Entfernung grasten 3 Hirsche. Und beeindruckend waren wieder die Berge um uns herum. Am 24.7. starteten wir schon um 7.00 Uhr, um früh in Oban zu sein, da wir ein Auto reserviert hatten, um am nächsten Morgen die Familie nach Glasgow bringen zu können. Als wir das Auto sicher hatten, waren wir noch zum Souvenir kaufen in Oban. Es ist eine quirlige Stadt, in der viele Fähren zu den umliegenden Inseln fahren. Am Abend gab es dann beim Italiener ein Abschiedsessen, spendiert von Kirsten. Am 25.7. um 5.30 Uhr hieß es raus aus den Kojen. Nach restlicher Packerei und Schmieren von Reisebroten u. Kaffee kochen machten wir uns auf die 3 stündige Fahrt nach Glasgow. Wir waren pünktlich am Flughafen. Alles lief reibungslos. Gemütlich ging es zurück durch die Berge zum Boot, mit einer kleinen Pause am Loch Lomond, ein großer See in den Bergen und beliebtes Urlaubsziel für viele Wanderer.

Caledonian Canal

Am 15.7.2018 sind wir mit dem Leihwagen nach Glasgow gefahren und haben dort übernachtet. Leider war das Wetter nicht so gut und wir haben nur einen kleinen Rundgang in Glasgow gemacht. Am 16.7.2018 um 12.00 Uhr wollten wir Kirsten, Marie und Emma in Glasgow am Flughafen abholen. Wir waren auch pünktlich dort, mussten aber feststellen, dass es nicht der richtige Flughafen war. Wir haben sie dann etwas verspätet doch noch gefunden. Nach der ersten Nacht an Bord haben wir für sie bei „Dolphin Spirit“ eine Bootstour gebucht. Es ging mit einem Schlauchboot mit 2 x 250 PS und insgesamt 12 Personen für 2 Stunden bis in den Moray Firth. Sie haben viele Delfine gesehen und waren begeistert. Am Nachmittag ging es in den „Caledonian Canal“. Am 18.7. haben wir im „Loch Ness“ in der „Urquhart Bay“ vor dem „Urquhart Castle“ über Nacht geankert. Am 19.7. haben wir in „Fort Augustus“, nachdem wir die Schleusentreppe mit 5 Schleusen hintereinander bewältigt hatten. Am 20.7. haben wir in „Loch Lochy“ übernachtet. In beiden Nächten war es sehr ruhig und die Kinder konnten mit dem Dingi rudern und waren bei 10° Wassertemperatur baden. Kirsten hat es auch versucht, ist hinein und mit Schnappatmung sofort wieder hinausgesprungen. Beide Nächte waren total ruhig und wir hatten gutes Wetter. Am 21.7. haben wir nach einer Schleusentreppe mit 8 Schleusen hintereinander den Caledonian Canal wieder verlassen. Diese Schleusentreppe ist eine Touristenattraktion. Ich denke, dass wir das Hauptmotiv auf vielen Handys und IPads sind. Vor „Fort William“ liegen wir jetzt an einer Mooring. Leider ist das Wetter schlecht geworden. Es regnet, was noch nicht so schlimm wäre, aber die Wolken hängen über dem Wasser und die Sicht ist gleich null.

Inverness die Hauptstadt der Highlands

Am 9.7.2018 um 11.00 Uhr haben wir den Fischerort Buckie verlassen. Unsere Berechnungen waren richtig, denn wir wollten mit der Strömung in Inverness ankommen. Leider kam der Wind wieder von vorne und nachher war er zu schwach. Der Tanker kam uns Gottseidank nicht entgegen, sondern lag vor Anker vor uns. Am Nachmittag schien die Sonne und so konnten wir entspannt die engen Stellen des „Inverness Firth“ durchfahren. Am „Chanonry Point“ schwammen viele Bottlenosed Dolfins um uns herum und sie waren sehr groß. An Land versammelten sich viele Menschen, um sich dieses Schauspiel nicht entgehen zu lassen. Es ist nicht so einfach, ein gutes Foto zu schießen, denn die Delfine sind schnell und wir zu langsam. Wir liegen jetzt in der Inverness Marina und versuchen, alles, was nicht funktioniert, wieder ans Laufen zu bringen (die Kühlbox). Angelika beschäftigt sich derweil mit Wäsche waschen. Hier in der Marina gibt es ausreichend Waschmaschinen und Trockner (Miele). Im Moment ist das Wetter nicht so gut. Es nieselt oder regnet. Gut, dass die Heizung funktioniert! Da wir nicht alles selber reparieren können, haben wir uns Hilfe geholt. Alle sind sehr nett und freundlich und sie machen ihren Job gut und es funktioniert wieder alles. Am Montag kommen Kirsten, Marie und Emma auf die Manatee, worauf wir uns sehr freuen. Bis dahin werden wird sicher alles in Ordnung sein.

Buckies im „Moray Firth“

Am 7.7.2018 verließen wir nach dem Tanken die Port Edgar Marina und genossen bei der Ausfahrt noch einmal die drei beeindruckenden Brücken. Unser Ziel war, in den „Moray Firth“ zu kommen. Das ist ein großer Fjord im Norden von Schottland, der in den Caledonian Canal endet. Wir landeten in dem kleinen Fischerhafen „Buckie“ an, da dieser Hafen für uns tief genug ist und bei jedem Tidenstand erreicht werden kann. Für die 164 Meilen haben wir 29 Stunden benötigt. Es war für diese Saison unsere letzte lange Überfahrt. Ab hier wollen wir nur noch Tagestörns machen. Am Anfang hatten wir guten Wind, aber wir mussten zum Ende lange motoren. Es ist ein kleiner Fischerhafen und wir sind die einzigen Segler (Gäste). Aber wir lieben es und der Hafenmeister war sehr nett und half uns, am Pilot Boot festzumachen. Er baut Lobsterfallen, um die Zeit zu überbrücken, in der nichts los ist. Nach einem gesunden Schlaf haben wir heute den Fischerort besichtigt. Die Fischerei wird hier nicht mehr so aktiv betrieben und vieles am Hafen ist verfallen und wird nicht mehr genutzt. Auch die Fischerboote sehen räudig aus. Leider fing es am Nachmittag an zu nieseln. So wird an Bord gelesen und sich auf den morgigen Tag vorbereitet. Wir wollen nach Inverness, denn dort beginnt der Caledonian Canal.

Edinburgh

Habe beim letzten Bericht vergessen die Daten mitzuteilen: Wir haben für die 360 Meilen 58 Stunden benötigt. Der Tidenhub hier ist über 4m. Am Sonntag war hier in dem kleinen Ort „Queensferry“ richtig etwas los. Es gab einige Kletteraktionen von der Brücke und unter anderem auch Rettungsdemonstrationen. Es gibt drei richtig große Brücken. Die „Forth Bridge“ eine Eisenbahnbrücke wurde 1890 eröffnet. Es wurden unter anderem 55.000 Tonnen Stahl, gut 18.000 Kubikmeter Granit und über acht Millionen Nieten verbaut und 98 Arbeiter bezahlten mit ihrem Leben. Seit 2015 UNESCO Weltkulturerbe. Die „Force Road Bridge“, sieht der Golden Gate Bridge ähnlich. „Queensferry Crossing“ ersetzt die „Force Road Bridge“ und ist mit 2,5 km die längste Brückenquerung ihrer Art in der Welt. Mit dem 43er Bus ging es nach Edinburgh. Jetzt haben wir genug Landmeilen hinter uns. Wir waren in Edinburgh unterwegs und haben schon lange nicht mehr so viele Touristen auf einem Haufen gesehen. Es ist der helle Wahnsinn, wieviel Menschen hier unterwegs sind. Es gibt viel alte Steine zu sehen und es ist schon sehr interessant. Gestern haben wir die BRITANNIA besichtigt. Das ehemalige Schiff der Queen. War sehr interessant. Man konnte sich gut vorstellen, wie die königliche Familie ihre Zeit hier verbracht hatte, sogar mit Tri-Dom (Triomino) Beeindruckend war auch der Maschinenraum. Er ist auf Hochglanz poliert. Ein Präsident, der als Gast seine Zeit auf der Britannia verbringen durfte, ließ sich diesen zeigen. Sein Kommentar: “Sehr interessant ihr Maschinenmuseum, aber jetzt zeigen sie mir den echten Maschinenraum.“ Zurück in Queensferry stärkten wir uns erstmal mit Blick auf das Englandspiel. Ein Spruch aus dem Twitter Forum: Auf was kann man sich heute noch verlassen, wenn die Engländer sogar ein Elfmeterschießen gewinnen!

Edinburgh – Schottland

Am Mittwoch den 27.6. haben wir in Texel um 8.00 Uhr die Leinen gelöst. Am Abend vorher waren wir noch bei unseren netten Nachbarn Mirja und Guido auf ihrer tollen HR 42 zu einem Abschiedsdrink eingeladen. Ihre beiden Jungs waren da schon in der Koje. Vorher hatten wir Manatee für die Überfahrt vorbereitet. Die gute Wettervorhersage ist eingetroffen. Wir hatten mäßigen NO Wind und viel Sonne, aber der Wind war sehr frisch um nicht zu sagen kalt. In den ersten 22 Stunden war es Segeln vom Feinsten. Wir passierten viele Bohrplattformen, eine sogar im Abstand von 300 -400 m. Kurz danach rief man uns mit Schiffsnamen über VHF an und machte uns darauf aufmerksam, dass 500 m Abstand vorgeschrieben sind. Auch die Nordsee habe Regeln, an die man sich halten sollte! Guter Nebeneffekt für uns: unser AIS Signal wird gut gesehen. Wir haben 159 nm geschafft, aber am Morgen ließ der Wind nach und wir haben den Motor etwas zur Unterstützung mitlaufen lassen. Am zweiten Abend hatten wir um 22.45 einen wunderschönen Sonnenuntergang und um 6.30 zeigte sich die Sonne wieder am Himmel. Die Färbung des Himmels beim Sonnenuntergang sagte nichts Gutes voraus. So wurde es nach dem Sonnenaufgang sehr diesig, aber Gottseidank kam kein Nebel. Die Nordsee war spiegelglatt und viele Papageientaucher begleiteten uns. In der riesigen Bucht „Firth of Forth“ begrüssten uns viele Seehunde. Wir passierten ganz dicht den „Bass Rock“, auf dem rund 80.000 Basstölpel leben. Es ist kein Schnee, den man auf dem Bild sehen kann, sondern es sind alles Basstölpel. Wir haben es noch im Hellen bis zur Marina „Port Edgar“ geschafft, die zwischen 3 imposanten Brücken liegt. Endlich fest in der Box gab es einen Ankommersekt und ein Dauser Süppchen und danach ab in die Koje, um Schlaf nachholen.

Texel

Wir waren nicht die Einzigen, die Probleme mit der Technik an Bord hatten. In Stavoren haben Jungs auf dem Nachbarboot ihr Bier auf diese Weise gekühlt. So, endlich sind wir unterwegs. Heute lief alles gut. Es ging in Stavoren durch die Schleuse. Bei leichtem Wind segelten wir Richtung Den Oever. Genua funktioniert. Den letzten Teil mussten wir motoren. In Den Oever schleusten wir zügig durch und erreichten um 17.00 Uhr Oudeschild auf Texel. Die nächsten Tage ist viel Wind angesagt, so werden wir Zeit haben, die Insel zu erkunden. Wir werden hier warten, bis sich ein Wetterfenster auftut, um die 300 sm nach Schottland zurückzulegen.

Wir sind unterwegs

Kristian holt uns mit seinem Bus Zuhause ab und bringt uns nach Warns in Friesland. Dort werden wir von Peter mit einer Flasche Sekt begrüßt. Nachdem alles auf Manatee verstaut ist, geht es in die Pyramide zum Abendessen. Dort treffen auch Kirsten und Christiane ein und wir segeln am nächsten Tag gemeinsam nach Medemblick. Wir hatten ein Problem mit der Rollfock, das Kristian oben im Mast gelöst hat und direkt ein paar Bilder von Manatee und Rumbalotte von oben gemacht hat. Am Montag hatte Peter seinen 75. Geburtstag und es gab einen kleinen Geburtstagskuchen. Es gibt immer wieder ein neues Problem auf Manatee und wir sind immer noch nicht startklar. Passt aber, da das Wetter sowieso nicht berauschend ist.

Test 2018

Am 10. Juni 2018 wollen wir wieder starten.